• lisavorderderfler

Work abroad - als Krankenschwester nach Kamerun


September 2019 startete ich meine reise nach Afrika. Wie ihr alle schon mitbekommen habt ging es ja für die ersten 4 Monate nach Kamerun, wo ich als Krankenschwester ehrenamtlich in einem Buschkrankenhaus gearbeitet habe. Die letzten 2 Monate waren in Südafrika Surfen angesagt. Aber nun erzähle ich über Kamerun und wie ich zu dem Dorf und der Organisation kam. (Mehr Infos zu Südafrika gibt es bei einem eigenen Blogpost)

Seit 2012 bin ich ausgebildete Dipl. Krankenschwester und begann in Steyr auf einer Internen Station zu arbeiten. 2018 habe ich mein Sabbatical beantragt und somit für 2 Jahre nur 80% meines Gehalten ausbezahlt bekommen. Wer ein Sabbatical nicht kennt sollte sich im Internet und bei seinem Arbeitgeber einmal informieren :) es ist echt super und in der Zeit wo man freigestellt ist bekommt man 80% weiter bezahlt, ist weiterhin durch seinen Arbeitgeber versichert und hat natürlich seinen Job nach der Freistellung wieder. Ich sehe es immer so: der Arbeitgeber spart quasi für dich und stellt dich dann auch für die gewissen Monate frei.

Nun gut, ich wusste wann ich meine Freistellung habe und es für mich losgehen kann (September 2019 - Februar 2020). So begann ich gleich im Sommer 2018 im Internet nach Organisationen zu suchen. Dies war garnicht so einfach wie gedacht. Was ich bis dort selber nicht wusste: es gibt sehr viele unseriöse Organisationen. Gerade in Afrika und vor allem die Kinderheime sind dort sehr zu hinterfragen! Wenn du eine Organisation findest die dich für 1 -2 -3 Monate einstellt und DU dafür auch nicht 1000 Euro zahlen darfst/musst, ja dann kannst du dir fast sicher sein dass es Unseriös ist und die Kinderheime fake sind. (Dazu gibt es ein gutes Buch von Daniel Rössler - Das Gegenteil von Gut… ist gut gemeint)

Tja da ich das dann wusste dachte ich mir ich frage bei der Caritas nach ob die eventuell Kontakte für mich haben. So schickten sie mir eine Liste mit ihren Kooperationspartnern. Es gab genau 2 Krankenhäuser auf der Liste. Bei einem davon war leider die Mailadresse nicht die richtige, also blieb nur noch Kamerunpartner.com über. Nach dem 3 Monate vergangen sind und ich noch immer keine Antwort bekommen hatte, dachte ich mir das wird nix mehr.

Aber es sollte so sein und ich bekam nach langem warten die Antwort das Interesse besteht und die Leitende Ärztin Elisabeth Neier im Dezember 2018 auch in Österreich sei. Und so nahm alles seinen Lauf und ich traf mich mit der Ärztin und wir haben alles besprochen.

Ich hatte also noch genügend Zeit mich vorzubereiten.

Mit Vorbereitung war gemeint: Visum, Impfungen, Versicherungen ect.

Viele angehende Krankenschwestern fragten mich auch ob ich finde das Berufserfahrung wichtig sei bevor man ins Ausland geht. Definitiv JA. Eigentlich verlangen alle Organisationen mindestens 2 Jahre Berufserfahrung. Diese sind auch sehr sehr wichtig. Den eins kann ich euch gleich mal sagen: Es ist nicht Österreich! Den wir haben eines der beste Gesundheitssystem in Österreich! Das sollte uns immer bewusst sein und wir schätzen wie gut es uns geht!

Mit den Impfungen hab ich im Mai 2019 begonnen. Gerade für Tollwut sollte man genügend Zeit einrechnen, da sie oft mal lange Lieferzeiten haben und aus 3 Teilimpfungen besteht. Gelbfieber ist in vielen Gebieten in Afrika Pflicht. Am besten ihr besprecht dies alles mit eurem Hausarzt.

Impfungen: (die man eh schon haben sollte)

Hepatitis A

Hepatitis B

Tetanus

FSME

Impfungen: (die hatte ich noch nicht)

Pneumokokken

Meningokokken

Typhus

Tollwut

Geimpft wurde ich am Magistrat und ist meines Wissens auch die günstigste Lösung, da mein keine extra Impfgebühren bezahlt. Da die Impfungen ja eh schon teuer sind, freut man sich wenn 15-20 Euro Impfgebühr wegfällt - vor allem weil man ja einige Impftermine bekommt.

Preise 2019:

Gelbfieber 44,10 Euro

Tetanus 24 Euro

Tollwut/Rabipur 90,40 Euro(x3)

Typhus 30,50 Euro

Meningokokken/Nimenrix 69,25 Euro

Pneumokokken/Prevenar 108 Euro

ich hatte 4 Termine - jeweils rechts und links ist eine Impfung rein.

Zum Thema ob die Impfungen schmerzhaft sind:

Tollwut hat überhaupt nicht wehgetan! Keine von den drei Impfungen.

Da Gelbfieber eine Lebendimpfung ist, kann es oft zu grippeartigen Symptomen kommen. Ich hatte eigentlich keine Probleme. Nach der Impfung war ich sehr müde und habe den ganzen restlichen Tag geschlafen.

5 tage nach der Impfung bekam ich einen Schüttelfrost in der Nacht.

Na gut, ich hatte also 550 Euro für Impfungen ausgegeben. Aber da geht die eigenen Sicherheit einfach vor.

Was noch eine Frage war: Wie schütze ich mich am besten vor Malaria?

Da ich in Kamerun genau im Malaria Gebiet war, musste ich mir da auch etwas überlegen. Neben guten Hautspray, Textilspray und langer dünnen Kleidung, gibt es noch ein paar Medikamente. Gegen Malaria gibt es dann noch als Prophylaxe Doxycyclin (Nebenwirkung: Sonnenbrand, am besten Sonne meiden), Lariam (nicht mehr als Malaria Medikament zugelassen wegen den Nebenwirkungen: Psychische Veränderungen, Halluzinationen).

In Kamerun nahm ich dann jeden Tag Doxycyclin als Prophylaxe. In den 4 Monaten hatte ich 3 mal Malaria.

Es geht bei der Prophylaxe mehr um die Auswirkung der Symptome. Wenn man keine Vorbeugung gegen Malaria nimmt, sind die Symptome noch intensiver und die Erkrankung dauert länger. UND man muss danach noch mehr starke Medikamente zu sich nehmen, da eine Medikamentenbehandlung mit Malariamed. nicht helfen wird.

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